Unsere Impulse

Hallo Bergfreunde!

Hier findet Ihr Impulse von uns, mit welchen wir euch eine Brücke zwischen der Bergwelt und eurem Alltag schlagen möchten.

GipfelApfelMoment in der Bergwelt

Die Berge und unser Verständnis vom Bergsteigen

Das Verständnis für den Begriff des Bergsteigens ist bei jedem Menschen anders. Auch unsere Definition von Berg hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Wir sind in Esslingen aufgewachsen, hier gibt es viele Weinberge und die hügeligen Obstgärten – das waren unsere Berge, als wir klein waren. Hier haben wir im Sommer gespielt und sind im Winter Schlitten gefahren.

Relativ schnell haben wir aber erfahren, dass es noch höhere Berge gibt.

Erst kamen die grünen Berge im Allgäu, dann die steinigen Berge und irgendwann die weißen Berge. Wir lernten mit der Zeit, dass es auch auf die grünen und steinigen Berge sehr anspruchsvolle Routen gibt und so liegt die Definition, ob ein Berg schwer oder leicht zu besteigen ist, immer im Auge des Betrachters.

Während wir als Kinder mit unseren Eltern und Großeltern sehr gemächlich, getreu dem Motto „der Weg ist das Ziel“ auf Berge gestiegen sind, haben wir irgendwann begonnen geradezu einen Wettlauf auf die Gipfel zu veranstalten.

Wir wollten so viele Gipfel wie möglich abhaken und das am besten immer in Rekordzeit.

Mit dem Alter, wenn man das bei unserem Alter schon sagen darf, kehrte wieder etwas mehr Ruhe ein. Die hohen weißen Berge besteigt man eben auch nicht mit der Stoppuhr, sondern mit viel Geduld, guter Planung und mentaler Stärke.

Vielleicht geht es uns heute wieder mehr um den Genuss, als um den sportlichen Ehrgeiz?

Als Genusswanderer sucht man sich die einsamen Gipfel, die entlegenen Routen und das schöne Wetter aus. Man versucht wenig zu schwitzen und kostet die Zeit am Berg voll und ganz aus. Aber nur weil wir nicht mehr in maximalem Tempo auf die Berge rennen, heißt das noch lange nicht, dass unser sportlicher Ehrgeiz verloren gegangen ist.

Wir lieben die Herausforderung, es treibt uns an, nach all den Jahren immer wieder neue Projekte und Ziele anzugehen. Die sportliche Herausforderung hat sich in diesem Fall nur verlagert, es geht nicht mehr um den schnellen Aufstieg, sondern um den anspruchsvollen Aufstieg. Das gilt für die kleinen wie auch für die großen Berge.

Es geht darum, einen Berg bewusst zu besteigen.

Mit offenen Augen zu gehen, empfänglich für Flora und Fauna zu sein, den Moment zu genießen, sich und seine Umgebung wahrzunehmen und den Berg nicht nur auf sein Gipfelkreuz zu reduzieren.

Es geht auch um die Gemeinschaft, mit Freunden und seinen Liebsten diese Momente zu teilen. Denn das Bergsteigen verbindet.

Ich würde sagen, dass sich unser momentanes Bergsteigen wieder stark an unser ursprüngliches (Der Weg ist das Ziel – Bergsteigen) annähert. Das Schöne bei dieser Art den Bergsport zu betreiben ist, dass es egal ist, wie oft man schon auf einem Gipfel war. Denn darum geht es nicht mehr. Natürlich möchte man am Ende des Tages einen Gipfel erklommen haben, denn wie David Lama es auch schon gesagt hat:

„Wenn der Gipfel nicht das Ziel ist, kann man genauso gut tauchen gehen.“

Aber es ist egal, ob der Gipfel Aggenstein oder Mont Blanc heißt. Ich kann an jedem Berg ganz besondere und auch immer wieder neue Erfahrungen machen, denn egal wie oft ich schon oben war, das Wetter, die Natur, die Menschen, die Bedingungen, meine Gedanken, meine körperliche Verfassung, meine Psyche, usw. sind immer in einem anderen Zustand. Das spüre ich aber nur, wenn ich beim Bergsteigen auch genau diesen Dingen meine Aufmerksamkeit schenke.

Die Werte die uns in die Berge ziehen, die Stille, die Weite, die Ausgesetztheit, die Erhabenheit die unverbrauchte Landschaft und das Nichts, sind gleichzeitig die Werte, die den Bergsport immer zu einer Herausforderung machen. Und so wird es uns sicher nie langweilig in den Bergen werden.

Wir verbinden das Bergsteigen mit Freiheit und Inspiration, mit Lebenslust und Energie, mit sportlichen Grenzerfahrungen und geistiger Harmonie. Genau deshalb lieben wir die Berge!

Sven

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